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Van Veen malt tausend Soldaten

In der Tuchhalle von Ieper hängen bis November 14 Bilder von Herman van Veen. Neue Grabsteine für tausend Soldaten. 

Drei Jahre ist Herman van Veen im Stillen mit einer Bilderserie über gefallene Soldaten in Westhoek beschäftigt gewesen. Der Ausstellungstitel „Für all das, was im Menschen noch betrauert wird“ klingt zugleich trübsinnig und aufrüttelnd. 
Aber könnte es in einer Gegend anders sein, wo die Finsternis der Vergangenheit mit dem Licht des großen grauen Himmels eines jeden Tages zusammenprallt?
Eines der Bilder drückt den Himmel in einem monochromen sattgrau auch aus. Van Veen malt abstrakt und groß. Ein anders Gemälde zeigt eine Landschaft bei Abenddämmerung. Ein tiefschwarzes Feld mit einem rostroten Himmel darüber. Darin die Worte: „Tausend und tausend Soldaten“
Es sind Worte des gleichnamigen Liedes von Willem Vermandere. Van Veen malt in jedem Gemälde Zeilen aus diesem Lied und gab seinen Werken jeweils auch einen Namen, den er sich auf den Friedhöfen rund um Ieper „lieh“. So werden die verlorenen Namen von Albert George, Charles Doran, Joseph Heuer heute wieder ausgesprochen. Und das war auch der Sinn. 
„Ich komme schon 40 Jahre hierher“, führt der niederländische Künstler aus, „aber ich habe mich stets davor gescheut, diese Friedhöfe zu besuchen. Ich war bang vor der Wirkung. Vor acht Jahren tat ich es doch. Und vor vier Jahren besuchte ich hier die Ausstellung mit den Briefen von Soldaten, die sie an ihre Geliebten geschriebenen hatten. Die haben mich so ungeheuer ergriffen, dass ich an diesem Tag einfach nicht singen konnte.“ 
Worte fand er dafür nicht, aber seine neue Leidenschaft bot einen guten Ausweg. Malen bringt die „Fossilien seiner Seele“ nach oben. Er nennt diese Bilder „Neue Grabsteine“ mit dem Leitgedanken: „Damit es nie mehr geschehe.“ 
Die ganze Erfahrung hat ihm schon neue Inspiration für einen nächsten Schritt geliefert. Gestern bekam er einen Brief, worin ihm jemand den Text des Liedes „Johnny“ von Bram Vermeulen übermittelte. 
„Also hab ich das Lied, gedownloadet“, sagt Van Veen. „Ich bin gerührt von der Aufrichtigkeit darin. Und nun will ich selbst ein neues Lied schreiben, über die derzeit in Afghanistan eingesetzten niederländischen Soldaten. Sie erwartet dasselbe Los. Werden ermordet von einem schmierigen, politischen System. Und ich werde das Lied Bram widmen.