
Ich bin damit beschäftigt,
eine Autobiografie zu schreiben.
Mache dies,
um meine grauen Zellen zu trainieren.
Vernünftig, wenn man 64 Jahre jung ist.
Unvorstellbar, was ein Mensch alles behalten hat,
wenn er in seinen Gedanken zurückblättert.
Erinnere mich an Kleinigkeiten,
wie beispielsweise an das Gummipüppchen,
mit dem ich spielte und
das ich ganz und gar abgekaut hatte,
als ich noch ein Knirps war.
Meine erste Geige,
der Geruch von Grippe,
die Blümchen an der Tapete,
die Stacheln auf den Wangen meines Vaters,
der sonntägliche Duft meiner Mutter,
der Hauch von Schweiß,
das Licht in den Straßen nach einem Regenguss,
die Zeitung mit jungen Muschis,
die ich in einem Papierkorb fand.
Mein erster Kuss zum Beispiel.
Abschlussklasse der Oberschule.
Wir durften mit unserem Mentor
Maarten van Duinen
alle gemeinsam nach Österreich,
nach Sankt Anton,

um in den Bergen zu wandern und
zum ewigen Schnee aufzusteigen.
Geschlafen wurde in Berghütten
der österreichischen Alpenvereinigung.
Die Jungen bei Jungen,
die Mädchen bei den Mädchen.
Die Lehrer und Lehrerinnen gemischt.
Uns wurde erlaubt, Glühwein zu trinken,
und abends lauschten wir den Männern und Frauen,
die sich beim Singen von Weisen auf Zithern begleiteten.
Harmonische Lieder, die deutlich machten,
wo sich Mozart seinen Senf hergeholt hatte.
An einem dieser herrlichen Abende
saß ich ganz allein auf einem Stein
und starrte in den Sonnenuntergang.
Die Sonne so rot wie Rot.
Habe überhaupt nicht bemerkt,
dass sich jemand neben mich gesetzt hatte.
Boukje hieß sie,
blond wie Flachs,
ihre Augen so blau wie Kornblumen,
ihre Brüste so groß wie meine Handflächen,
hoffte ich.
Wie es geschah, weiß ich nicht.
Aber plötzlich, wie aus heiterem Himmel,

drückte ich meine Lippen auf ihren Mund
und sie die ihren auf meine.
Und ich spürte ihre Zunge.
Und Glut ging durch meinen Körper.
Wollte, dass das nie mehr aufhören möge.
Erinnere mich sogar an die Ameisen,
die in einer Reihe, während wir…
über meine Wanderschuhe kletterten.
Die Beschäftigung mit meiner Autobiografie
lässt mich neben schwermütigen
vor allem auch an liebliche Dinge denken.