Die Kunst, die Zuschauer wohldosiert einzubeziehen, beherrscht er meisterhaft: Gleich zu Beginn sollen sie Regen und Gewitter machen. Auch in den Liedern seiner neuen CD erzählt Herman van Veen vom kleinen Glück und den kleinen Ängsten, von der Liebe und dem Alltag. Er bleibt immer familiär und (mit)menschlich, ironisiert das Pathos, hat keine Scheu vor Melancholie und macht sich mit Slapsticks und kleinen Clownerien über sich selbst lustig.
Und bleibt als Teamplayer stets im lockeren Spiel mit seinen fabelhaften Musikern: mit Erik, seinem Pianisten seit 45 Jahren, mit der barfüßigen Gitarristin Edith und zwei bildhübschen Geigerinnen, die auch singen und tanzen können. Manchmal blüht seine rauchige Chansonstimme zu verblüffendem Opernklang auf - gelernt ist gelernt.
Van Veen überzeugt mit Humor und Authentizität. „Keiner hat gesagt, dass es einfach ist, gut zu sein und ehrlich und ein Optimist,“ singt er. Er versucht es trotzdem – ganz ohne Show. Dafür liebt ihn sein Publikum.
GABRIELLA LORENZ
Deutsches Theater, bis Sonntag, Fr/Sa 20 Uhr, So 19 Uhr, Tel. 55 23 44 44
Quelle: Abendzeitung München; 25.02.2010