Sie waren zu dritt,
zwei schwarze Männer
und ein flämischer Theatermacher.
Wir trafen uns auf der sonnigen Terrasse eines „Gasthauses“
in Pretoria, Südafrika.
Sie wollten mit Edith und mir über einen Plan für Soweto,
dem größten ’Township’ des afrikanischen Kontinents sprechen.
Sie vertraten die Non-Profit Tsele Creative Society,
eine Theatergruppe, die sich vor allem
mit dem Erschaffen und Aufführen von erzieherischen Straßentheaterprogrammen
für und oft mit Kindern befassen.
Aufführungen in der afrikanischen Tradition
über alltägliche Geschehnisse
wie Vergewaltigung, Aids und Raubzüge.
Sie wollten auch bei miserablen Wetterverhältnissen spielen können.
Wollten einen Ort mit Dach,
einen Platz mit Mauern,
ein Theater
und baten uns um finanzielle Unterstützung.
Wir machten einen Termin, um zu schauen,
wo so ein Saal hinpassen könnte.
Sie schlugen vor, sich in White City Jabavu zu treffen,
einem Viertel in Herzen von Soweto,
da wo einst der schwarze Aufstand begann.
Wir versprachen einander,
das Theater zu bauen und nannten es ’The Miracle’.
Es sollte in dem schon bestehenden, gut geführten
und sicheren Ipelegen Community Center entstehen.
Wir sind nun gut drei Jahre damit beschäftigt,
um die Dinge so gut wie möglich zu verwirklichen.
Das ist nicht einfach.
Das Hauptproblem ist nicht der Aufbau des Theaters.
Das Aufeinanderstapeln von Steinen ist eigentlich ein Kinderspiel.
Die echte Arbeit besteht darin, dafür zu sorgen,
dass das Ipelegen Community Center
eine ordentliche Verwaltung und Leitung bekommt,
die das Vorhaben zu 100 Prozent in Eigenregie führen
und unterstützen,
so dass Centrum und Theater ordnungsgemäß geführt
werden können und alles ein Erfolg wird.
Ein gutes Miracle Management sicherzustellen,
(Finanzen und Administration, Programmierung,
Marketing, Logistik, Instandhaltung und Sicherheit)
bedeutet, dass man qualifizierte und engagierte Mitarbeiter finden muss,
auch die Erschaffung eines realistischen Geschäftsplanes
und vor allem muss dafür gesorgt werden,
dass der Rest des Ipelegen Centers auch ein neues Gesicht bekommt,
damit das umgebaute Theater nicht zu einer schönen Flagge
auf einem Schlammschiff wird.
Das alles kostet Zeit.
Manchmal will ich das schneller haben, als es möglich ist.
„Eisen mit Händen brechen, so funktioniert das nicht“,
schrieb Harmen Oostra, unser Mann vor Ort.
“Das ist ein anderes Land mit einer Vergangenheit,
die noch immer Einfluss auf die Gegenwart hat,
und wo die Dinge nun eben einmal Zeit brauchen.
Dort herrscht ein anderes Tempo als in den organisierten Niederlanden.“
Wir hoffen, dass wir vor der Fußball-WM, wenn auch nicht drin,
aber dennoch schon spielen können.
Mafika, einer der Männer, der ersten Stunde, wird dann nicht dabei sein können.
Er starb vor kurzem in der Blüte seines Lebens an wer weiß was.
Er wird in unseren Herzen dabei sein,
wenn, wann immer das auch sein wird,
’The Miracle’ kein Traum mehr ist.