Zwolle, Heerlen, Almere, Haarlem.
Vier Städte, vier wirklich großartige Theater.
Odeon Zwolle, am Rande der Altstadt geräumig erbaut.
Schöner großer Saal, der an ein altes Theater erinnert. Bühne: immens. Auch für Tanz und Oper bestens geeignet. Je nach Bedarf abschaltbares Tageslicht auf der Bühne. Muss sehr angenehm für die Bühnenarbeiter sein. Weiße Schrittflächen, perfekt, damit man sich nicht abends im Dunklen auf der Seiten- und Hinterbühne in dem üblichen schwachen blauen Licht das Genick bricht.
Ideale Garderobe,WC, Dusche, Waschbecken, das richtige Licht, Spiegel, herrliche Fenster, die man öffnen kann, so dass man mit frischer Luft in den Lungen die Bühne betritt. Blitzsauber, wie aus dem Ei gepellt. Außergewöhnlich komfortabel eingerichtete Kantine mit Blick auf die Stadt. Sitz- und Gesprächsecken. Eine richtige Bar.
Heerlen, Haarlem und Almere stehen dem kaum nach.
Almere ist vor allem groß, verschnörkelt, grauweiß. Cool. Super. Prachtsaal. Die Treppen zur Bühne sind allerdings unpraktisch zu schmal und zu steil. Man muss die Garderobe zehn Minuten früher verlassen, wenn man nicht außer Atem auf die Bühne kommen möchte.
Haarlem ist eine Konzerthalle, ein neues Haus, gleichsam über das alte Gebäude gestülpt. Aus Glas, Stahl und Steinen. Die Akustik ist großartig. Man hat das Gefühl, dass "es" spielt. Es singt wie Eis, das so glatt ist, dass die Schlittschuhe von selber laufen, wie Gras, das mit der Richtung des Golfballs mitwächst.
Wir sind fast da,aber noch nicht ganz, brüllten wir bei Klassenreisen hinten im Bus und versteckten uns danach vor unseren Müttern unter den Sitzen.
Gestern noch Middelburg mit "Pom pom pom" für die Kinder, und Abends die Vorstellung für die Großen. Dienstag sind wir in Laren mit "Etude F" von Edith Leerkes und der Tanzvorstellung “We’re watching you” vom Harlekijn Danstheater. Mittwoch spielen wir das vorläufig letzte "Pom pom pom" mit Edith Leerkes und Babette van Veen in Hoorn, um dann die Vorstellung nach drei Aufführungen in Drachten zu beenden. Anschließend eine Ausstellung in Leeuwarden. Der Dichter Tsead Bruinja inspiriert den Maler.
Dann wartet der Sommer, den ich schamlos genießen werde.
Gestern hatte ich diesen Traum:
Es war Weihnachten im Monat Mai
Meine Frau war mal kurz zu ihrer Liebhaberin.
Die Kinder im Kino.
War allein Zuhause mit dem Hund und der Katze.
Starrte die Engelchen im Christbaum an.
Ein Rotkehlchen tickte gegen das Fenster.
Das Türchen von der Kuckucksuhr sprang auf.
Sonderbar.
Wusste gar nicht, dass ich eine Kuckucksuhr besitze.
Im Wohnzimmer begann es sanft zu schneien.
Ich machte die Fenster auf, um die weiße Pracht
nach draußen wehen zu lassen.
Hatte Lust auf eine Tasse starken Kaffee.
Öffnete den Kühlschrank,
um eine Packung Milch rauszuholen.
„Guten Tag!“, sagte ein Eisbärchen,
während es aus dem Eisfach krabbelte
und geschickt auf den Boden sprang.
„War das herrlich.“
„Was war herrlich?“, fragte ich.
„Der Lachs“, sagte es.
„Fand es nur mühsam,
die dünne Plastikfolie abzufriemeln.“
„Das werd ich künftig machen.“
Das Eisbärchen hüpfte ins Wohnzimmer
und machte unter dem Weihnachtsbaum
ein Nickerchen.
Jemand, der da nicht war,
kam durch die Wand.
„Wie spät ist es?“, fragte er mit einem
merkwürdigen Grinsen.
„Muss vor Mitternacht wieder in meinem Sarg liegen.“
„Wie stets mit deinem Blut?“, fragte er mich neugierig.
„Hab es kürzlich noch testen lassen. Cholesterin okay,
keine seltsamen Viren.“
„Prima, prima“, sprach der Mann.
„Darf ich?“
„Nein, natürlich nicht!“
Er kam mit seinen langen Zähnen bedrohlich auf mich zu.
Ich rannte ins Wohnzimmer. Zog das Holzkreuz, das den Stamm vom Weihnachtsbaum hielt, weg und hielt es schützend zwischen mich und den Vampir. Das Unwesen sackte zusammen.
Meine Frau kam nackt ins Zimmer.
„Du hättest dich doch wenigstens anziehen können.“
„Wieso?“, fragte sie.
„Ich geh unter die Dusche.“
Der Vampir stürzte sich kreischend auf meine Frau. Ich schlug mit meiner Faust quer durch seinen Rücken und riss sein Herz heraus.
„Für mich?“, fragte das Eisbärchen.
„Herrlich“ und schnappte sich das tropfende Herz aus meiner Hand.
Die Engel aus dem Christbaum
wurden lebendig und menschengroß.
Flogen mit dem Vampir in ihrer Mitte fromm singend hinaus.
Jemand tippte auf meine Schulter.
„Es ist acht Uhr, Liebling. Du musst aufstehen.“
„Aufstehen?“
Werd heute Abend
vor dem Schlafen
bestimmt nicht nochmal
von Discovery zu einem Horrorfilm zappen.