Montag, 12. April 2010

Erkenntnis

Die Tauben fliegen bis an die Wolken 

und schlafen in der Kirche. 

Über den Wolken schweben Engel 

und oben im Himmel wohnt Gott 

inmitten der toten Menschen, 

die wieder lebendig geworden sind.


So fügte sich, laut meinem Opa, alles ineinander. 

Jetzt, da ich selbst Opa bin, 

weiß ich, dass das nicht so ist. 

Das mit Gott und den Engeln. 

Über den Wolken ziehen Flugzeuge 

Streifen in die Luft 

und der Himmel daüber 

ist unbeschreiblich groß 

und vor allem mit Rätseln gefüllt. 

Von Gott, der dem Weihnachtsmann ähnelt, 

wurde niemals etwas vernommen, 

obwohl einige Leute behaupten, 

Worte und Zeichen von ihm empfangen zu haben.

Ich denke, dass sie das glauben.

’Wissen’ ist etwas ganz anderes.

Im Grunde finde ich es recht schade,

dass die Bilder, die mein Opa zauberte,

nicht in echt existieren.

Denn es ist doch gemütlich:

Engel, die auf Wolken schlafen

und von der ’Menschen Wohlbehagen’ singen

und von ‘Gloria in Excelsis Deo’.

Gott, der mit einem Lächeln

weise und erhaben dasitzt

mit all den erstaunten Menschen,

die froh sind, dass sie wieder leben.


Als Kind habe ich in Gedanken oft mit Gott geplaudert.

Hab ihm von allem erzählt

und vor allem um alles gebeten.

Vor Nikolaus und Weihnachten,

vor meinem Geburtstag auch,

und dass meine Mutter gesund werden sollte und so.

Und wenn ich dann bekam, was ich wollte,

bedankte ich mich bei ihm in meinem Kopf.


Hin und wieder tue ich das noch immer.

Bei großem Glück oder großem Verlust.

Gut, man weiß, dass es Gedanken sind.

Aber nicht ’nur’ Gedanken.

Denn inzwischen wissen wir,

dass Gedanken,

ob gedacht, gesagt oder gebetet,

durchaus etwas bewegen.

Messbar,

in Wellen,

unterwegs zu dem, was unerklärbar scheint.

Montag, 5. April 2010

Unter uns gesagt

Die Mädchen, die das Zimmer putzen,

kommen von den Philippinen.

Der Portier neben der Drehtür

aus Bosnien.

Das Fräulein am Schalter

wurde in Bangladesch geboren.

Der Taxifahrer

in Marrakesch.

Die Bodenstewardess bei den Koffern

kommt aus Casablanca.

Der gewissenhafte Mann vom Zoll

ist von Haus aus Jugoslawe.

Die Serviererin mit dem Cappuccino

wurde in Graz geboren,

aber ihr Vater floh aus dem Kongo.

Die Dame an der Kasse ist aus Prag,

und die Toiletten werden von

drei stillen Russen sauber gehalten.

Der Mann, der neben mir pinkelt,

ist aus Israel.

Bei der Kontrolle meiner Koffer

runzeln drei strenge Türken ihre Stirnen.

Der Mann, der schimpft,

dass auch ich

vor der Metalldetektor-Schleuse 

meine Uhr abzunehmen,

meinen Gürtel zu entfernen

und meine Sonnenbrille nicht aufzubehalten hätte,

ist ein Österreicher.

Und ich,

ich bin ein Holländer

und fliege  nach Hause.


Ich lese, hoch oben in der Luft,

dass allein in Österreich

pro Jahr

38.199 Hasen überfahren werden.

Mit absolutem Spitzenwert

rund um Ostern.

Montag, 29. März 2010

In diesem Zimmer

Denke an Jacques Brel,

an das, was von ihm übrig ist.

Ein paar Knochen im Sand,

seine Stimme in meiner Seele.

Während ich auch

an mein kleines, 

nun großes Mädchen denke,

das einst neben ihrem Fahrrad

durch den Schnee nach Hause stapfte.


In diesem Zimmer, 

mit dem frisch bezogenen Bett.

Ein Stückchen weiter

spielt jemand Klavier

bei geöffnetem Fenster.


Denke an eine Terrasse am Meer,

einige weiße Blumen in einer Vase.

Höre den Verkehr,

ein Flugzeug in der Luft,

während ich auch

an meinen Opa denke,

der die Asche seiner Zigarre 

auf seinen Schoß fallen ließ.


In diesem Zimmer

mit dem frisch bezogenen Bett.

Ein Stückchen weiter

spielt jemand Klavier

bei geöffnetem Fenster.


Das Mädchen mit dem Kopftuch,

das die Zimmer putzt,

räuspert sich.

Die Heizung klopft.

Eine Taube kackt aufs Fensterbrett,

während ich denke,

dass ich nicht vergessen darf,

Zahnpasta zu kaufen

und ein neues Uhrenarmband.


In diesem Zimmer

mit dem frisch bezogenen Bett.

Ein Stückchen weiter

spielt jemand Klavier

bei geöffnetem Fenster.


Während ich daran denke,

wie die katholische Familie

nun eine andere Dimension erfahren hat.


Beinahe zweitausend Jahre

herrschte in der Kirche die Auffassung,

dass die Gläubigen auf der Erde

mit den Heiligen im Himmel

und den Seelen, die sich noch in Läuterung befinden,

untereinander verbunden sind.

Das Band ist das Gebet.

Es reicht jetzt nicht aus, nur um Vergebung zu bitten,

jetzt, wo wir wissen,

dass viele Priester nicht wie Heilige gelebt haben.

Die vollständige Offenbarung der Geschehnisse ist unerlässlich,

und die Schuldigen müssen nicht nur vor Gott

sondern vor allem vor den Opfern Büße tun.


Jemand

macht das Fenster zu.

Montag, 22. März 2010

Jan

Gestern spielten wir in Lübeck.

Müde und glücklich

saß ich nach der Vorstellung

im Hotel

auf einem bequemen Sofa vorm Fernseher,

um die Nachrichten zu schauen.

Zwanzig Minuten Elend

und anschließend jemand,

der verkündete,

dass der Frühling in der Luft hinge.

„Prima Fischwetter”, würde mein Vater sagen.


Muss so oft an ihn denken.

Tote Eltern tauchen in allem was wir tun und denken immer wieder auf.

Es ist total unmöglich, sie zu vergessen.

Schon gar nicht rund um einen solchen Geburtstag.

Meine Autobiografie steht voll davon.


Manchmal denke ich:

Wie würde mein Vater auf die Geschehnisse von heute reagieren:

auf das Zerbrechen seines Sozialstaates Holland,

das Aufkeimen der neuen ’Bewegung’,

die Erhöhung des Rentenalters,

die skandalöse Bereicherung von Bankdirektoren

oder das Q-Fieber?

Seine Schläfen würden pochen,

seine Lippen würden schmal.

Er würde protestieren.

Würde die Straße hinaufgehen und demonstrieren.

Und meine Mutter würde dann fragen:

„Sag, vor welcher Kneipe gehst du demonstrieren, Jan?“

Sonntag, 14. März 2010

Heute werde ich 65.

Früher fand man das steinalt.

65!

Dann war man beinahe schon tot,

betagt,

ein gebrechlicher Mann,

reif für’s Verschrotten.


Wie anders sich das anfühlt.


Alt ist die Frau,

die kürzlich in Leipzig

nach Ende unserer Vorstellung

in den 4. Stock

zum Plaudern kam 

und um ein Autogramm

für das Enkelkind in Frankfurt zu fragen.

95 Jahre war sie,

silberweiße Haare,

adrett zurechtgemacht,

schlank,

klar wie Wasser.

Sie machte ein Witzchen nach dem anderen.

“Gut, dann bis zum nächsten Mal.”, 

sagte sie zum Abschied

und stieg dann die 4 Treppen der Oper wieder hinab.

Wer will da nicht auch so alt werden?


Alt ist ein relativer Begriff.

Wer kennt nicht auch Menschen,

die mit 25 Jahren schon wie Greise sind,

die kaum Freude an ihrem Leben haben

und sich grübelnd durchs Leben schleppen?

Junge Menschen, 

die scheinbar  niemals Kind gewesen sind.

Erinnere mich an einen Klassenkameraden,

der als Berufssoldat

seinen Dienst tun wollte,

weil man bei der Armee

viel früher in Pension gehen durfte.


Ich fühl mich nicht alt.

Doch es stimmt, 

dass kein Ende abzusehen ist in meinen Erinnerungen.

Mit dem Verstreichen der Zeit

werden sie ständig präziser.


So erinnere ich mich an die Woche,

wie alt muss ich gewesen sein, 4 Jahre ungefähr,

als ich zum ersten Mal auf dem Rücken eines Pferdes sitzen durfte.

Auf dem Gaul vom Gemüsehändler.

Als mein Enkel diese Woche fragte,

ob er auf unser Pony dürfe,

hob ich ihn hinauf.


Und dabei kam mir das Bild

vom Gemüsehändler,

seinen Händen,

seinem Geruch,

auch der Rücken des Pferdes,

und dessen Mähne in den Sinn.

Als ob es gestern wäre,

konnte ich mit meinen Beinen fühlen,

wie das riesige Tier Atem holte.


Und gestern…

hab ich gut eine Stunde mit einem Mann gesprochen,

an dessen Namen ich mich weder erinnern kann,

noch an das, worum es in dem Gespräch eigentlich ging.

Montag, 8. März 2010

Morgen

Morgen gehe ich 

Fischen,

und schreibe ein dickes Buch

über Mädchen in der Renaissance.


Morgen werde ich

mähen

und ein Bild malen

über den Duft von Butterblumen.


Morgen werde ich

Rad fahren

und die Partituren

von Meister Bach studieren.


Morgen werde ich

dasitzen

und mir ein Traumbild starren,

ein Bild von Antilopen im Feld.


Morgen

ziehe ich die Garadinen auf,

seh dich mit dem Hund gehen,

die dicken Frühlingszweige,

die Vögel,

die Schafe im hohen Gras.


Morgen werde ich nach draußen gehen,

ohne Mantel,

und höre den Zug nach Utrecht,

wo ich einst,

als da noch Pferd und Wagen fuhren,

ein kleiner Frechdachs war.


Morgen werde ich singen

und eine Treppe zimmern,

werde über Meere fliegen

und morgen früh,

um viertel nach Sieben

ruf ich genau wie Dikkertje Dap:*

„Rat’ mal, was ich bekommen hab!

Dicke Flocken,

Gewitter und Regen,

und jede Menge Sonnenschein,

auch Morgen werd’ ich voll Staunen sein.“


*Dikkertje Dap ist eine Kinderbuchfigur, der weltweit bekannten niederländischen Kinderbuchautorin Annie M. Schmidt. In ganz Holland kennt man den kleinen Jungen Dikkertje Dap, der eine Giraffe zum Freund hatte und über den Herman van Veen einst das gleichnamige Kinderlied sang: Pummelchen Pit.

Montag, 1. März 2010

Glauben Sie mir

In der Lobby des stattlichen süddeutschen Hotels

warten in komfortablen Stühlen

einige Damen

auf mögliche Kundschaft.

Wie alt sie sind, ist nicht zu erraten.

Jede Zahl zwischen 30 und 60 könnte stimmen.

„Glauben Sie mir, die sind teuer.“,

erzählte mir der Taxifahrer noch gerade eben.


Ich kann mir nicht vorstellen,

dass die Frau, zu der ich jetzt schaue,

eine Hure sein soll.

Sie trägt ein dunkles Kostüm,

darunter eine leichte weiße Bluse,

hohe Absätze,

die Beine in durchsichtiges Schwarz gesteckt,

ihr Rock ist vielleicht etwas zu kurz.

Sie schlägt ihre Beine

ewig langsam übereinander,

beugt sich vornüber,

um etwas aus einem Schälchen zu nehmen.

Kurz sehe ich die Wölbung ihrer Brüste.

Als sie sich aufrichtet, sieht sie mich an

und lächelt.

Dann fegt sie mit ihrem kleinen Finger

ein freches Löckchen aus ihrer Stirn,

nimmt das Handy aus ihrem Täschchen

und beginnt mit jemandem zu sprechen,

der dafür sorgt, 

dass ihr wunderschönes Gesicht

ernsthaft schaut.


Ein Mann kommt durch die Drehtür in die Lobby,

sucht mit den Augen,

läuft vergebens eine Runde,

fragt die Frau im Kostüm gestikulierend,

ob der Stuhl neben ihr noch frei sei.

Sie nickt.

Er setzt sich.

Die Frau klappt das Handy zu,

der Mann spricht sie leise an.

Ich kann nicht hören, was sie sagen.

Verhandeln sie?

Nimmt er sie irgendwohin mit 

oder bleiben sie im Hotel?

Sie lachen.


Durch die Drehtür kommt jetzt ein Mädchen

mit einem Rucksack auf den Schultern.

In ihrer fröhlichen roten Jacke hüpft sie 

der Frau entgegen.

„Mama“, sagt sie

und danach etwas Unverständliches.

Die Frau steht auf,

nickt dem Mann zu,

zieht ihren Mantel an

und geht Hand in Hand 

mit ihrer Tochter aus dem Hotel.


Ich kann es nicht erklären,

aber etwas in mir 

ist erleichtert.

Montag, 22. Februar 2010

König Fußball

Die besten Spieler aus allen Staaten

und Königreichen

kommen in diesem Frühsommer

in das afrikanische Land,

um um die Weltmeisterschaft zu kämpfen.

Slums entlang der Straßen

sollen abgerissen werden, 

da das, so lese ich es in der Zeitung,

kein Anblick sei

und ja auch logisch war.

Fresser und Schläfer

nennen sie die unzähligen Seelen, 

die da unterschlüpfen

in oft nicht mehr oder weniger als Kartons,

die Nutzlosen in den Augen derer, 

für die es lediglich um Gewinn geht.

Darum müssen sie zu 

Hunderttausenden sterben.

Krankheiten, Hunger, Mord,

so war es, so ist es noch immer.


In Uniformen kamen Männer,

die schwarzen Kesen und die Jannen,*

mit Totschlägern und ohne Pardon.

Wie Hyänen mitten in der Nacht.

Und wer versuchte,

seine Habseligkeiten 

noch aus dem Haus zu holen,

den haben sie erschossen.

Die Kinder schrien,

Frauen weinten,

so lese ich es in der Zeitung.


Ich frage mich, 

kann man in einem solchen Land,

in dem tagtäglich noch

gut 900 Menschen 

allein an Aids sterben,

so ein Fußballfest feiern?

Spielen um das goldene Kalb,

gewinnen um jeden Preis,

während drumherum

Kummer um den Verlust herrscht?



* Kesen und Jannen, so nannte man einst die holländischen Einwanderer. Im Amerikanischen gibt es die Yankees = Jan Kees. In diesem Fall sind mit Jan und Kees die afrikaans sprechenden Nachfahren dieser Jannen und Kesen gemeint.

Montag, 15. Februar 2010

Der letzte Schnee

Auf der viereckigen Glasschale

liegen einmütig eine Mandarine, eine Birne, 

Weintrauben, ein Apfel und drei Schokoladenkekse.

Dazwischen sitzt ein weißes zusammengefaltetes Kärtchen,

auf dem steht, dass mich Ernst-Friedrich und Sylvia von Kretschmann

in ihrem kleinen, führenden Hotel ’Europäischer Hof’ in Heidelberg

herzlich willkommen heißen.

Fünf Sterne. Seit 1865. 

Das leckere Stillleben auf dem gläsernen Tisch 

verschwindet in meinem Magen,

begleitet von einem trockenen Riesling von Heppenheimer.


Heute Abend spielten und sangen wir

im wahrhaft prächtigen Kongresshaus

dieser jetzt verschneiten, berühmten deutschen Stadt

anlässlich des zweitältesten Chansonfestes Deutschlands,

bei dem ich die Ehre habe, Schutzherr zu sein.


Der weiße Wein zeigt allmählich seine Wirkung.

Als auch die Birne als letzte verschwunden ist,

sind meine grauen Zellen leicht benebelt 

und lassen mich das Leben etwas rosiger sehen.

Eine gewisse Milde bedeckt bange 

und glückliche Erinnerungen der letzten Zeit.

Im Nachgeschmack des Weines 

liegt so etwas wie ein zarter Frühling.


Etwas, das ich gestern auch entdeckte, 

als ich von zu Hause wegfuhr,

auf dem Weg, entlang der verschneiten Weiden.

Die Zweige werden unverkennbar dicker.

Wir werden es nicht aufhalten können.

Die Tage werden länger. Die Nächte kürzer.

Die Kälte zieht sich zurück.

Die Sonne macht sich auf,

um unsere Herzen zu erwärmen.

Und Ema ist schwanger.

Montag, 8. Februar 2010

Wie eine lebende Ansichtskarte

Sonnenstrahlen brechen

durch tiefhängende Wolken

und werfen ihr Licht

auf schneebedeckte Hänge.

Kinder rasen johlend

vor fröhlicher Angst

auf ihren knallbunten Schlitten

hinab

und kommen bei den hohen Tannenbäumen

zum stehen.


Zwei Rehe,

verfolgt von einem Dackel,

versuchen eilig im etwas höher gelegenen Wald

zu entkommen.

Tief unten im Tal

liegt die große Stadt

wie ein warmer Schal

um den jetzt eisigen See.

Geräusche von hupenden Autos und von Zügen

dringen hinauf zu meinem Fenster.


Auf der Fensterbank

liegen so fünf Zentimeter frischer Schnee.

Gerade war eine Taube zu Besuch.

Mit schrägem Köpfchen schaute sie herein

und blinzelte,

tippelte danach ein wenig hin und her

und flog schließlich davon,

ohne ein einziges Wörtchen zu gurren

oder mit ihrem Schnabel

ans Fenster zu ticken.


Es sieht so aus,

als ob ihre Fußabdrücke im Schnee

eine Zeichnung von einem Gesicht

hinterlassen haben.

Ein lachender Mann mit einem Bart.

Mit ein bisschen Fantasie

kann ich Sigmund Freud erkennen.

Was Tauben so alles auf dem Kasten haben!


Zufall oder nicht,

kurz darauf sehe ich in der Schweizer Zeitung

ein Foto von demselben Sigmund Freud.

Eingesetzter, streng schauender Mann.

Er starrt mich von dem Zeitungsblatt

mit fünf Kollegen an.

Ich probiere, so seriös wie möglich zurückzublicken.

Hab keine Ahnung, was die weisen Männer von mir denken.

Das kommt noch.


Schließlich können wir schon Schwarz-Weiß Filme

in Farbe übertragen.

Man braucht lediglich nur das Rot

einer Ampel einzufügen, um zu wissen,

welche Farbe alles andere hat. 

So wird es einst auch möglich sein,

Fotos bis zu einem gewissen Grade

zum Leben zu erwecken.

Wärme ist Energie.

Energie hat eine Farbe.

Wir wissen also durch die Grautöne,

woher die Männer auf dem Foto kamen

und wohin sie, nachdem das Foto gemacht wurde, wieder gingen.

Man kann dann demzufolge auch ein Foto

in ein zirka drei minütiges bewegtes Bild verwandeln.


Sigmund Freud runzelt nun die Stirn,

er kratz sich an seiner Schläfe.

Ich sehe ihn überlegen:

Welch ein Narr schaut mich hier an?